#thedailystruggle#DBW

Juhu! Heute startet die Diabetes Blogger Woche 2014 und ich bin mit von der Partie. Das Thema am Montag lautet: schreibe deinem Diabetes einen Brief!diabetes-blog-Woche_Final (2)

Gerne würde ich zu diesem Thema etwas beitragen. Allerdings kann ich „meinem“ Diabetes keinen Brief schreiben, da ich keinen habe. Ich weiß nicht wie es sich anfühlt einen hohen Blutzuckerwert zu haben oder wie das Gefühl ist, wenn der Zucker mal schnell die Biege nach „unten“ macht. Während meiner Ausbildung zur Diabetesberaterin musste ich eine Woche „Diabetespatient“ spielen. Mit allem Schnickschnack. Messen, BE’s zählen, Pen mit Nadel (ohne Insulin) in den Bauch und ins Bein etc. Nach dieser Woche war mir eines klar: es wäre die reinste Vollkatastrophe mit mir und dem Diabetes! Ich wäre jemand der vergessen würde zu messen oder zu spritzen. Oder ich wüsste einfach nicht mehr, ob ich jetzt schon gespritzt hab oder nicht. Und dokumentieren? Hallo? Wann denn das auch noch? Seither halte ich mich mit schnellen Vorurteilen zurück, wenn Patienten mit ihrem Blutzuckermessgerät zur Beratung kommen und teilweise kaum oder gar nicht gemessen haben. Oder an manchen Tagen nur 2 Werte drin stehen. Ich denke es sollte jeder für sich entscheiden, was und wie er sein Diabetes „managt“. Ich kann da nur mögliche Lösungen oder Alternativen mit Patienten erarbeiten.

Ein bisschen was möchte ich dann aber doch zum heutigen Bloggerthema beitragen und deshalb gibt’s hier ein paar „Kurzbriefe“ von einer aktuellen Schulungsgruppe. Die Namen wurden von mir geändert.

„ Lieber Diabetes, heute soll ich Dir mal die Meinung sagen. Am meisten nervt mich, daß ich so oft am Tag spritzen muss. Außerdem ist es echt doof, dass ich häufiger Blutzucker messen muss, wenn ich mich bewege oder Auto fahre. Etwas Gutes hast Du mir aber gebracht: ich achte jetzt mehr auf meine Ernährung und meine Gesundheit. “ Anna, 17 Jahre

„ Hallo Diabetes. Dieses ständige Blutzucker messen und Spritzen ist ganz schön nervig. Auch bei jedem Essen zu überlegen, wie viel BE’s da jetzt wohl drin sind ist anstrengend. Und wenn ich dann mal niedrig bin, passt es gerade so gar nicht! Gut finde ich, dass ich jetzt mehr darauf achte was ich esse als vorher. Und ganz ehrlich: manchmal nutze ich meine „Sonderstellung“ auch zu meinem Vorteil aus.“ Mia, 17 Jahre

„ Hey Diabetes. Seit ich dich habe, sind viele meiner Mitmenschen mir gegenüber übervorsichtig und behandeln mich oft wie ein „rohes Ei“. Sie denken dich zu managen sei ganz schön kompliziert. Außerdem wissen die meisten echt wenig über dich. Dank dir darf ich mich beim Essen ganz schön einschränken. Manchmal ist das aber auch ganz gut, nicht zu viel einfach mal so und nebenbei zu essen. Seit ich die Insulinpumpe habe, sind meine Blutzuckerwerte aber echt besser geworden und ich komm auch besser mit dir klar. Heute habe ich in der Schulung erfahren, dass ich später im Job mehr Urlaubstage durch dich habe. Das finde ich echt super!“ Nils, 16 Jahre

Im Internet fand ich außerdem noch diese kleinen Geschichten oder Kommentare zu dem heutigen Thema.

„ Liebes Autoimmunsystem, nachdem du meinen Pankreas und meine Betazellen zerstört hast, hast du dich entschlossen meine Schilddrüse anzugreifen. Deshalb muss ich jetzt neben dem Insulin spritzen auch noch Schilddrüsentabletten einnehmen. Liebes Autoimmunsystem kannst du bitte damit aufhören? Hast du nichts Besseres zu tun? Du solltest mich doch eigentlich beschützen und nicht zerstören! Bitte lass es. Vielen Dank im Voraus Deine xx “ (Unbekannt)

„ Jedes Mal wenn ich einen anderen Diabetiker in meiner Schule sehe bin ich froh und denke: Hey da geht ja jemand durch die gleiche Scheiße, durch die ich jeden Tag gehe“ (Unbekannt)

„Darfst du das überhaupt essen?“ „ Ich esse Dich gleich, wenn Du nicht die Klappe hälst!“ ( Unbekannt)

Zum Schluss ein dickes Kompliment an euch! Und freue mich immer, wenn Patienten für ihre Anstrengungen auch mal belohnt werden. Sei es durch einen guten Hba1c-Wert oder ein Lob des Diabetesteams. You rock!

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