Bolusrechner, die zweite #zahlenversteher

Auf geht’s in Runde zwei der aktuellen Bolusrechner. Heute möchte ich euch den FreeStyle InsuLinx® von Abott vorstellen. Die Funktionen des Bolusrechners sind auch im FreeStyle Libre® verfügbar. Der Bolusrechner kann aber nur verwendet werden, wenn eine herkömmliche Blutzuckermessung samt Teststreifen durchgeführt wird. Ein Scan kann hierbei nicht herangezogen werden.

Im Gegensatz zu anderen Rechnern, wird bei Aktivierung des Gerätes ein Code benötigt. Dieser ist aber für jedes Gerät derselbe, weshalb eine Einstellung auch ohne medizinisches Fachpersonal möglich ist. Nach der Eingabe des fünfstelligen Codes kann man zunächst die Dosierschritte wählen ( 0,5 oder 1 Einheit). Danach hat man die Wahl zwischen einem einfachen und einem erweiterten Modus. Der einfache Modus erlaubt es, z.B. bei festen Spritzschemata, diese ins Gerät einzugeben. Hierzu gibt man zu den drei festen Mahlzeiten die Einheiten ein, welche bei einem gutem Blutzuckerwert benötigt werden. Danach gibt man den Zielbereich ein und zum Schluss noch die Menge des Insulins, welches zur Korrektur benötigt wird. Fertig!

Anders sieht es beim erweiterten Modus aus. Hier hat man dann die Möglichkeiten BE/KE-Faktoren einzugeben sowie Korrekturfaktoren festzulegen. Daneben ist es möglich entweder einen Zielbereich oder einen Zielwert festzulegen. Ausserdem wird noch die Wirkzeit des Insulins eingegeben. Möchte man sich die Wirkung anzeigen lassen, erscheint ein kleines Männchen im Display, sobald Insulin als abgegeben eingespeichert wird. Das Männchen ist zu Beginn gefüllt und je länger die letzte Injektion zurückliegt, desto weniger ist die Befüllung. Leider lassen sich die Zeitblöcke nicht ändern, was ich mit als das größte Manko dieses Rechners ansehe. Der Morgenblock ist von 04.00-10.00 Uhr, der Mittagsblock von 10.00-16.00 Uhr, der Abendblock von 16.00-22.00 Uhr und der Nachtblock von 22.00-04.00 Uhr.


Die Features im Überblick:

+ Wahl zwischen einfachem und erweiterten Modus

+ Einfaches Auslesen der Daten am PC

+ beim FreeStyle Libre® auch Ketonmessung möglich

+ Beleutung des Teststreifens und Displays möglich

 

– keine manuelle Bearbeitung der Zeitblöcke möglich

– keine manuelle Eingabe von Basisinsulin möglich, ohne einen Blutzuckerwert zu messen

– keine App Anbindung möglich

Der entscheidende Vorteil des FreeStyle InsuLinx®ist , dass eine sehr schnelle Einstellung gerade bei festen Insulineinheiten möglich ist. Zudem benötigt der Teststreifen des FreeStyle Lite® nach wie vor mit am wenigsten Blut. Das Blut lässt sich von beiden Seiten auftragen und: ist zu wenig Blut aufgetragen worden, kann nachgetropft werden.

Weniger gut gelungen sind die Funktionen des Gerätes, sowie die fehlende Möglichkeit auch individuelle Einstellungen bei intensivierter Insulintherapie vornehmen zu können. 

In den kommenden Tagen möchte ich euch dann den Bolusrechner der MySugr® App vorstellen. Stay tuned und schönes Wochenende!

Werbung

Ein Gedanke zu „Bolusrechner, die zweite #zahlenversteher

  1. IKU

    Besten Dank für die informativen Beschreibungen. Ich habe den Bolusrechner im Freestyle Libre Lesegerät getestet und bin im Vergleich zu Aviva Expert enttäuscht. Die erzwungene und unnötige Rundung auf 0,5 bzw. 1 Einheiten im Freestyle-Gerät bezieht sich nicht auf die berechnete Gesamtdosis (was ja vielleicht noch sinnvoll wäre), sondern auf die BE-Faktoren und -Menge, also die Berechnungsparameter, und kann somit fatale Dosierungsfehler zur Folge haben. Braucht man einen Faktor von beispielsweise 2,3 IE/BE, muss man 2,0 oder 2,5 nehmen. Bei einer umfangreichen Mahlzeit von z. B. 10 BE (Pizza mit Getränk) multipliziert sich die Rundung zu einem Fehler von 2-3 IE in der berechneten Dosis. Dazu kommt noch der Fehler, dass man auch die BE-Menge nicht exakt, sondern nur in der groben Abstufung eingeben kann. Damit ist ein Zielwert natürlich nicht (oder nur zufällig) erreichbar, und der Berechnungsfehler kann sogar gefährlich werden.
    Die mathematische Grundregel, dass man nie Eingabegrößen sondern allenfalls das Endergebnis rundet, wurde nicht beachtet. Was sich die Programmierer dabei gedacht haben, ist nicht verständlich. Die starren, unveränderbaren Zeitblöcke wurden ja bereits genannt.

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s