#diabetesdata

 

Schreibst Du noch Tagebuch oder liest du schon aus?

Seit etlichen Jahren, bin ich mehr als ein großer Freund des elektronischen Datenmanagements in der diabetologischen Schwerpunktpraxis. Jeder Patient, der sich zu uns verirrt weiß, dass er sein Gerät zum Auslesen mitbringen muss. Ohne diese Daten wird das anschließende Arztgespräch oder der Gesprächstermin bei der Diabetesberaterin schwierig. Bisher haben wir es keinen Tag bereut uns für dieses Vorgehen entschieden zu haben. Es war ein etwas steiniger Weg, aber es hat sich gelohnt.

Das Thema des Datenmanagements von Blutzuckerwerten, Insulineinheiten und Kohlenhydraten ist kein wirklich neues. Umso erstaunter bin ich, dass es nach wie vor so wenige Lösungen gibt, Diabetesdaten ordentlich aufzubereiten, auszuwerten und mit seinem Arzt bzw. Diabetesteam teilen zu können. Und das Hersteller unabhängig und vielleicht sogar noch mit verschiedenen Devices mehrerer Anbieter. Viele Apps bereiten die Daten für die Endnutzer mittlerweile gut auf, der Behandler sieht aber nur wenig davon. Von den rechtlichen Aspekten und dem Datenschutz mal ganz zu schweigen.

Vor einigen Jahren war ich es leid tausend Kabel und Treiber verwalten zu müssen, ständig hinter aktuellen Updates her zu rennen und mit einer miesen Graphik klar kommen zu müssen. Tja und das war damals gar nicht so einfach. Bis auf die Diabass Pro ©Software gab es keinen herstellerunabhängigen Anbieter. Nach einiger Zeit und der nötigen Recherche wurde ich dann fündig: das schwedische Unternehmen Diasend© schien eine Alternative zu bieten.

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Diasend© möchte durch die Optimierung der Verwaltung von Diabetesdaten beitragen. Die umfassende und marktführende Lösung des Unternehmens übernimmt die Übertragung, Speicherung und Analyse von Daten von mehr als 130 verschiedenen Blutzuckermessgeräten, Insulinpumpen, CGM-Systemen und führenden Activity Trackern. Die Produkte und Services von Diasend sind alle von der FDA zugelassen und CE-zertifiziert und werden momentan in 17 Ländern genutzt. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Göteborg, Schweden, mit Tochtergesellschaften in Chicago und London. 2016 nutzen 2500 Kliniken und 130.000 Patienten die Diasend Software.

Herzstück des Diasend Clinic ©in der Schwerpunktpraxis ist hierbei der Clinic© Transmitter. Mit Hilfen des kleinen Kastens können alle Geräte mit oder ohne Kabel ausgelesen werden. Lediglich Medtronic© macht mit seiner Carelink© Software die Ausnahme. Tschüss Treiber, Tschüss neue Kabel, Tschüss umständliches Einlesen. Seit der Einführungen habe ich nur einmal ein Problem mit dem System gehabt. Die Updates laufen vollautomatisch 2 x pro Jahr. Die Sicherheitsbestimmungen entsprechen deutschen Standards, was den Datenschutz betrifft und sind mehrfach verschlüsselt. Ich brauche keinen Speicherplatz, da die Software webbasiert ist. Hello Ehealth!


Für mich bisher die beste Lösung, da ich nur eine funktionierende Internetverbindungen brauche. Die Software muss kaum gewartet werden bzw. benötige ich nicht ständigen Support. Der ist leider durch die wenige Nutzung in Deutschland bisher recht dürftig. Auch wäre eine Anpassung der Oberfläche und der Graphiken wichtig. Nichtsdestotrotz: das wichtigste findet man auf einen Blick.

 

Als Patient kann man Diasend© Personal am PC nutzen und sich mit dem Praxiskonto des Diadocs verbinden. Das Ganze ist auch per App möglich. Richtig cool scheint hierbei die Anbindung an den Dexcom G5 zu sein. Die Aufbereitung der Berichte ist wohl um einiges besser als in der G5 App. Ich bin wirklich sehr gespannt was sich im Bereich Data Sharing im Gesundheitsbereich verändern wird.

Für den nächsten Post werde ich mir etwas mehr Zeit nehmen, da ich es neue Ernährungsweisen wie Paleo, Vegan und Co gehen soll. Bis dahin.. stay tuned!

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5 Gedanken zu „#diabetesdata

  1. Thomas Hildebrandt

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag, der Diabetesmanagement mal von Seiten der Praxis zeigt.

    Ich persönlich gehöre zu den Typen, die sich da, was das mitbringen und auslesen von Geräten betrifft, eher verweigern, da ich meistens den Sinn nicht erkennen kann, weil reine Blutzuckerwerte nicht viel aussagen, ohen zu sehen, was derjenige denn an KE’s zu sich genommen hat und wieviel er dafür gespritzt hat.Wie will eine Diabetesberaterin denn aus einem Messwert, 2 Stunden danach irgendwelche Schlüsse ziehen.

    Die meisten Messgeräte speichern weder Insulingaben noch KE (ich kenne nur 2 – Aviva Expert und Contour Next USB). Was also soll das Ausklesen bringen, ohne die kompletten Daten?`Das hilft wedem Patienten noch Ihnen.

    Achja, Diabetesberaterinnen sind keine Ärzte (Diabetologen). Ob die mir nun versuchen etwas zu erklären oder in China der berühmte Sack Reis umfällt. 😉

    Nein, ich bin eigentlich kein problematischer Patient. Ich möchte zusammen, mit meiner Diabetologen die Situation analysieren und die weitere Vorgehesweise besprechen. Diktieren lasse ich mir nichts und Diabetesberaterinnen brauche ich nicht.

    Natürlich finde ich ein System gut, das alles dokumentiert und auf das mein Arzt Zugriff hat und jederzeit meine Daten einsehen kann, wenn er dann auch alles sieht. Dann möchte ich aber sicher gehen, das da nicht die Krankenkasse, Google oder die NSA mitliest.

    Es gibt so ein System schon, das alle Geräte einlesen kann, allerdings mit Kabel, etc. Sidiary von Sinovo. Da hab ich zu Haus mein PC Programm, unterwegs die App und beide synchroniesieren über den Onlineserver, auf dem ich meinem Azrzt auch (Lese-) Zugriff gewähren kann.

    Da ist alles vermerkt – auch die nachkomma genauen Insulinmengen. Mit einem pendiq Insulinpen spritze ich eben auch 4,2 oder 4,3 Einheiten und nicht, wie das Aviva Expert dann einträgt, 4,0 oder 4.5.
    Diese ganzen Daten sind nämlich auch noch ungenau. Ausserdem ist die minimal Raktionszeit auf dem Aviva Expert 45 Minuten. Aber sicher doch, Humalog reagiert bei mir nach 10 – 15 Minuten.

    So haben heute noch alle Systeme Ihre Mankos und sind weder umfassend, noch weisen sie eine entsprechende Genauigkeit auf und damit sind Daten aus Messgeräten eher…Müll, bestenfalls Anhaltspunkte.

    Ein gute Dokumentation, ob nun digital oder per Hand, können solche Systeme noch nicht ersetzen, aber die Firmen sollten lernfähig sein.

    Was bei mir ein par Zweifel aufkommen lässt – wie lesen mit diesem, einem WLAN Router ähnenlnden Gerät, denn ohne Kabel Messgeräte mit USB Schnittstelle aus? Von Infrarot wie beim Aviva Expert ganz zu schweigen. Dongle?

    Übrigens, die Sidiary Software liest auch Freestyle Libres aus.

    Bei 6.5 Millionen Diabetikern und davon 350000 Typ 1er ist das Auslesen von Dexcon Geräten (von denen nur ein Bruchteil ein solches Gerät besitzt) sicher ein Vorteil, aber kein Totschlagargument.

    Und wechselt man den Diabetologen, hat der ein anderes System (z.B. Esysta – https://www.emperra.com/index.html), und die Nummer geht von vorn los.

    Antwort
    1. Thomas Hildebrandt

      Edit: ich habe mir aus Neugier die App installiert, weil ich mir das mal ansehen wollte. Tja, ohne Registrierung läuft da gar nichts und die Appsprache (laut den Vorschaubildchen) ist schweisch?

      Es beschwerdt sich auch jemand, das man es nicht auf deutsch stellen kann. Die Beschreibung der App ist in radebechender deutscher Sprache (Dictionary?). Das sieht wirklich nicht einladend aus.

      Antwort
  2. Svenja Autor

    Lieber Herr Hildebrandt,

    vielen Dank für Ihr Feedback! Sie haben absolut Recht wenn Sie sagen, dass nur ein Blutzuckerwert ohne Insulin- oder KH-Angaben wenig Spielraum zur Deutung lässt. Dennoch ist das Auslesen der Geräte eine Hilfe, weil einige Patienten tatsächlich kaum oder gar nicht handschriftlich dokumentieren. Was ich auch mehr als nachvollziehen kann. Dennoch vertrete ich die Meinung: wer ein Problem hat und sich helfen lassen will, lässt sich auch in die Karten kucken! Ich weiss diese Form der Transparenz mehr als zu schätzen und gebe diese Rückmeldung auch in jeder meiner Beratung an die Patienten weiter.
    Zu ihrem zweiten Punkt: in der Tat gibt es momentan nur den Accu-Chek Aviva Expert©, den Contour Next USB© oder den InsuLinx© der eine zusätzliche Dokumentation in einem Blutzuckermessgerät erlaubt. Ansonsten bieten Hersteller eigene Apps an oder man kann auch Apps nutzen, die herstellerunabhängig zu verwenden sind.
    Zudem bin ich mir mehr als bewusst kein Arzt sondern „nur“ eine Diabetesberaterin zu sein. Mein Aufgabenfeld hat Grenzen und die kenne ich. Wenn Sie bei Ihrer Diabetesbehandlung auf die Fachkraft Diabetesberaterin verzichten möchte, ist das ihr gutes Recht.
    Dennoch ist mein Job ein wichtiger, da ich den Arzt entlasten und Patienten bei zeitaufwendigen Einweisungen unterstützen darf. Leider hat auch der Facharzt Diabetologe nur ein begrenztes Zeitfenster in der Beratung und Therapieanpassung. Nebenbei: eine gute diabetologische Schwerpunktpraxis kann ohne eine Diabetesberaterin durch die gesetzliche Mindestregelungen kaum bestehen.
    Was die Datensicherheit angeht habe ich Nachforschungen vorgenommen und muss Ihnen sagen: bei Diasend© sind alle Vorgaben erfüllt. Weder die Krankenkassen, noch Diasend© noch irgendwelche Hersteller haben Zugriffe auf ihre Daten.
    Mit SiDiary© habe ich in der Tat keine Erfahrungen gemacht. Ich habe für unsere Praxis einfach nur nach einer Lösung gesucht, die allen Patienten gerecht wird.
    Ich finde es super, dass Sie sich als Patient so viele Gedanken zum Thema Datenmanagement machen und auch den Pendiq© benutzen. Bisher hat dieser keiner meiner Patienten begeistern können. Mal sehen, ob die neue Version besser wird.
    Zu ihren zusätzlichen Kommentaren: sie haben Recht das Design und die Anleitung lässt zu wünschen übrig. Wie aber bereits oben angedeutet, folgt hierzu noch ein ausführlicher Artikel.

    Antwort
  3. Thomas Hildebrandt

    Ich bitte um Entschuldigung bezüglich meiner Äusserungen über Diabetesberaterinnen. Meine Einstellung dazu liegt daran, das ich bis heute keine kennen gelernt habe, die von ihrem Wissen her mir irgend etwas vermitteln konnte.

    Natürlich kann man das nicht pauschalisieren, aber ich finde es schon seltsam, wenn ich über Vieles mehr weiss, als die Beraterinnen, die ich getroffen habe. Mir wird zwar immer am Empfang gesagt, das Frau XYZ mich nach dem Gespräch mit meiner Diabetologin noch sehen möchte, ich verdrücke mich danach aber meist sofort.

    Ich habe keinen Lust, mit ihr herum zu diskutieren, warum ich da oder hier, nicht gemessen oder gespritzt habe, etc. ich tue das, nur manchmal mess ich eben nicht vorher und spritze einfach die benötigte KE Menge. Meine Diabetologin grinst dabei und das wars, weil ich ja sonst immer alles dokumentieren. Die Diabetesberaterin macht jedesmal einen Aufstand und den bin ich nicht gewillt zu erdulden.

    Und wenn es dann zum Thema Ernährung und meiner Ansicht nach dringend benötigter Nahrungsergänzung kommt, dann muss ich ich mir Sachen wie „Waas? Sie nehmen 20.000 IE D3 am Tag. Das lassen sie aber ganz schnell sein, damit kann man sich vergiten.“ Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich ja lachen. Anscheinend sind die zum Teil völlig unsinnigen Empfehlungen der DGE ihre Bibel.

    Und dann hab ich mal erwähnt, das ich normalerweise nur Wasser oder Kräutertee trinke, aber gelgentlich doch mal eine Dose Cola, natürlich die mit Zucker, aber wofür hab ich Insulin. Nein, nein, ich solle liebe zu den Zero- oder Lightprodukten greifen, die sind für Diabetiker geeignet.
    Achja? Alle haben Aspartam, das im Körper in seine Grundsubstanzen zerfällt u.a. eben auch in das giftige Methanol. Ist bestimmt besser als Zucker, Monsanto wird wird die kostenlose Werbung sicher freuen.

    Nur zum Verständnis, warum ich mit Diabetesberaterinnen so meine Probleme habe bzw. ihnen aus dem Weg gehe.

    ber das war ja nicht das Thema Ihres Beitrags. Rein technisch würde mich noch interessieren, wie sie denn alle diese Messgeräte, für die sie vorher Kabel brauchten, auslesen? Oder geht es gar nicht mehr vom Messgerät aus, sondern wird von der Smartphone App per Wifi übertragen?

    Bin jedenfalls schon gespannt auf den zweiten Teil.

    Antwort

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