Meine Gedanken zum WDD2016

Seit 2000 ist die Zahl der Neuerkrankungen von Diabetes mellitus in Deutschland um 40% gestiegen. Der Löwenanteil fällt hierbei auf die Menschen mit Typ 2 Diabetes, ca. 6 Millionen und einer Dunkelziffer von 2 Millionen Erkrankten. Am Diabetes mellitus Typ 1 sind ca. 300.000 erkrankt, wovon 40.000 Menschen mit einer Insulinpumpe versorgt werden.

Dafür gibt es

4.100  Diabetologen/innen

3750   Diabetesberater/innen

7600  Diabetesassistent/innen

2650  Wundassistent/innen 2650

und das

in 1100 Schwerpunktpraxen und 160 Kliniken.

Aber schmerzlicher Weise sehe ich der Zukunft mit gemischten Gefühlen entgegen. Das liegt vielleicht auch an meinem Besuch der jährlichen Fachtagung der deutschen Diabetesgesellschaft.

Entweder waren die Beiträge auf einem Niveau, dass ich selbst kaum folgen konnte (und wenn dann nur deshalb, da ich im Studium einiges dazu gelernt habe) oder es wurde gefährliches Halbwissen verbreitet. Ich vermisse eine solide Basis, ein gesundes Mittelmaß an Informationsaufbereitung. Was ist da los?

Wieso wird über die Interpretation von CGM Kurven lamentiert, während mehr als die Hälfte der anwesenden im Saal noch nicht mal den Sinn von Bolusrechnern erkannt hat? Weshalb gibt es nach wie vor so wenige Lösungen, Daten auszuwerten und mit Behandlern zu teilen, die eine größere Kompatibilität aufweisen? Wie kann es sein, dass eine Firma, die keine herstellerunabhängige Datenauswertung anbietet, als eines der wenigen rTCGM- Systeme verordnet werden darf? Wieso können Patienten, die keine Emailadresse besitzen kein Flash Glucose Messsystem bestellen? Wieso wird 2016 das Auslesen von Blutzuckermessgeräten in der Diabetespraxis als Neuheit beworben und seine Vorteile hervorgehoben? Wieso können sich Patienten selbst ein „Closed-Loop-System“ bauen, aber in Deutschland wird das „Hyprid-Closed-Loop“ nicht vor 2018 verfügbar sein? Wieso wird beim Thema Diabetes in Schule und Kindergarten ein Schulbegleiter empfohlen?

Für 2017 wünsche ich mir sehr, dass es mehr Zeit zum Austausch gibt. Das ich in meiner Freizeit zu Fortbildungsveranstaltungen gehen kann, die mich mit einem guten Gefühl nach Hause gehen lassen. Das man wirklich diskutiert und nicht versucht anderen seine Meinung aufzudrücken. Das Themen wieder zeitgemäß sind. Das sich was in der Beratungslandschaft ändert. Das die bessere Vernetzung und Kommunikation nur einem zu Gute kommt: der bestmöglichen Unterstützung, für die 6 Millionen Menschen mit Diabetes in Deutschland.

Happy World Diabetes Day!

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s