Archiv für den Monat März 2017

Der Dauersupporter – CGM Part One

Gut Ding will bekanntlich Weile haben und deshalb hat dieser Post auch eine gewisse Zeit gebraucht, bis ich ihn fertig stellen konnte. Ich habe nach dem letzten Prüfungsmarathon endlich alles abgeschlossen und möchte wieder mehr schreiben.

Den Anfang soll  ein sehr aktuelle Thema machen. Ich möchte mit euch meine bisherigen Erfahrungen rund um das Thema Verordnung und Antragsstellung teilen und einen persönlichen Einblick geben, wie dass im Praxisalltag konkret aussieht. Den Inhalt des G-BA Beschluss aus dem Juni 2016, der die Kostenerstattung der CGM-Technologie möglich gemacht hat, werde ich hier nicht erneut erklären. Allerdings ist er natürlich eine wichtige Grundlage, wenn es um die Verordnung geht.

Wie läuft das nun also?

Ich kläre mit meinen Patienten erstmal folgendes: warum braucht wird ein CGM gebraucht und weshalb wird das Therapieziel nicht erreicht? All das muss dann auch mit dem Diadoc besprochen und in der Patientenakte dokumentiert werden. Danach wird gemeinsam erarbeitet, welches CGM-System überhaupt in Frage kommt. Hat der Patient bereits eine Insulinpumpe und wenn ja welche? Wie werden die Daten verarbeitet, was für Features werden wirklich gewünscht und genutzt? Wir bieten für alle Interessierten auch Gruppenberatungen an, wo alle aktuellen Systeme vorgestellt und mit einander verglichen werden.

Ist die Entscheidung gefallen geht es an die Verordnung. Wir verordnen auf einem Kassenrezept. Das es sich um ein Hilfsmittel handelt, ist die Diagnose zwingend aufzuführen. Als Begründung schreiben wir zusätzlich noch die „Nichterreichung des Therapiezieles“. Alle weiteren Daten z.B. aktueller HbA1c-Wert oder ähnliches haben auf dem Rezept nichts zu suchen. Das verstößt nämlich gegen. Wie die Kasse regiert ist vollkommen unterschiedlich: teilweise wird ohne Begründung abgelehnt, teilweise werden Unterlagen oder Gutachten eingefordert. Teilweise wird auch unkompliziert genehmigt. Wichtig ist: im GBA-Beschluss steht weder etwas von der Einreichung von Blutzuckertagebüchern noch von einem ärztlichen Gutachten. Wir schreiben deshalb keine Gutachten und verwenden das Schreiben des DDB. Ob Patienten ihre Tagebücher einreichen entscheiden Sie selbst.


Seit Januar 2017 gilt das neue Umschlagverfahren für den medizinischen Dienst der Krankenkasse. Das heißt, dass alle gesundheitsrelevanten Daten an eine Zwischenstelle gesendet werden müssen, damit Krankenkassen keinerlei Einsicht in die Daten haben. Nur der MDK darf auf diese Daten zurückgreifen. Datenschutzkonform ist das Verfahren allerdings nicht.

Ausserdem noch wichtig: sollte die Krankenkasse euren Antrag ablehnen, muss Sie dies innerhalb von 3 Wochen tun oder euch darüber schriftlich über eine Verlängerung der Entscheidung in Kenntnis setzen. Auch wenn es nur darum geht, dass Sie die Verordnung dem MDK vorgelegen möchten. So besagt es das Patientenrechtegesetz. Ihr habt zudem Anspruch auf Einsicht in das Gutachten des MDK’s. Ihr solltet also Widerspruch einlegen und euch genau erklären lassen, warum es zur Ablehnung kam. Die Unterstützung eures Diabetesteams kann hier sehr hilfreich sein.

Wenn dann eine Erprobung genehmigt wird, gehts los. Entweder die technische Einweisung erfolgt über einen Mitarbeiter der jeweiligen Firmen, oder die Praxis, in der ihr behandelt werdet, verfügt über eine Zertifizierung. Bei der technischen Einweisung dürfen keine therapiebeeinflussenden Einstellungen vorgenommen werden. Das darf erst das Diabetesteam machen.

Wie lange die Erprobung dauert ist unterschiedlich, manche Krankenkassen genehmigen nur für 3 Monate andere gleich für ein ganzes Jahr. Bisher begleite ich noch keinen Patienten, der am Ende seiner Erprobungsphase angekommen ist. Super wichtig ist, in regelmässigen Abständen die Daten auszuwerten und die Erreichung des Therapieziels zu dokumentieren. Ohne Sie und den dokumentierten Anpassungen ist eine abschließende Begutachtung kaum möglich. Wir haben wegen des großen Andrangs ein eigenes Konzept in der Praxis ausgearbeitet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten klappt es ganz gut.


Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird. Ein Update zu diesem Artikel wird es sicherlich geben. Stay tuned!

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